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Die TSG-Profis Sebastian Rudy und Philipp Ochs hatten viel zu erzählen

Freitag, 6. Dezember 2019
Gruppenfoto der Fanclubmitglieder mit den Gästen der TSG Hoffenheim

Die traditionelle Weihnachtsfeier mit anschließender Mitgliederversammlung  des 1899 Hoffenheim Fanclubs  Fussballfreunde Blau-Weiss fand in diesem Jahr erstmals im Bürgersaal der Verwaltungsstelle Rohrbach/S. Hierzu konnte der 1. Vorsitzende Jürgen Bauer bei seiner Begrüßung neben den 45 anwesenden Mitgliedern auch die beiden Profispieler des Kraichgauer Bundesligisten Sebastian Rudy und Philipp Ochs sowie den TSG-Fanbeauftragten Carsten Lindwurm begrüßen. Die anwesenden Mitglieder hatten nach dem obligatorischen Fanclub-Lied, das Kassier Andy Schüle an der Gitarre begleitete, Gelegenheit  reichlich Fragen an die beiden Profi-Fußballer zu stellen. Nationalspieler Rudy -  vom FC Schalke 04 ausgeliehen – wurde gleich zu Beginn nach seiner weiteren sportlichen Zukunft befragt.  Unter dem Applaus der Mitglieder stellte er in Aussicht, dass er hoffe, seine Karriere auch nach der Ausleihe in Hoffenheim fortsetzen zu können. Der Mittelfeldspieler, der in der Saison 2017/18 für den FC Bayern München spielte und dort seinen ersten deutschen Meistertitel feierte, erzählte interessantes aus seiner Fußballerkarriere, die in der Jugendabteilung des VfB Stuttgart ihre Wurzeln hatte. Gereift zum Bundesligaspieler kam er im Sommer 2010 zur TSG.
Stürmer Ochs, der bislang alle Nachwuchsteams des DFB durchlaufen hatte, berichtete von den verschiedenen Stationen im Nationaldress. Da sein Vertrag im nächsten Sommer in Hoffenheim ausläuft, hofft er derweil sich durch gute Trainingsleistungen noch für Einsatzzeiten in der Bundesliga zu empfehlen. Auch über sein einjähriges Gastspiel als Leihspieler beim dänischen Erstligisten Aalborg BK berichtete der gebürtige Wertheimer auf Nachfrage.  Die Stimmung dort in den Stadien empfand er  deutlich ruhiger als in der Bundesliga und auch der Fußball an sich in der höchsten dänischen Liga hat für ihn im Vergleich zur Heimat eher Zweitliganiveau. Dennoch verfolgen viele  Scouts in Dänemark die Spiele auf der Suche nach Talenten.
Die weiteren Fragen der  Mitglieder richteten sich auch hinsichtlich des neuen Cheftrainers Alfred Schreuder, dessen Vergleich zu Vorgänger Julian Nagelsmann, den Trainingsmethoden, des Tagesablaufs eines Profispielers, den Vorzügen und Hobbys in der Freizeit. Im Vorausblick auf das Bundesligaspiel am Wochenende bei RB Leipzig wollten die Mitglieder wissen, was aus Spielersicht der Schlüssel zum Erfolg sei. Für Rudy, der wie Ochs einen 1:0-Auswärtssieg voraussagte, ist ein schnelles Umschaltspiel sehr wichtig. Chancen sieht er vor allem darin, aus einer gesicherten Defensive heraus  mit schnellen Konter gegen eine nicht immer sattelfeste RB-Abwehr erfolgreich zu sein. Ochs warnte vor allem vor der großen Offensivkraft der Sachsen, die sich zuletzt sehr treffsicher präsentierte. Bei einer dominanten Spielweise, wäre die Chance größer, sich am Ende erfolgreich zu behaupten und zu punkten.
Bedingt durch die letzten beiden weniger positiven Ergebnisse gegen Mainz und Düsseldorf  kamen auch Fragen zur Taktik sowie Spiel- und Herangehensweise auf. Zunächst war die Frage, wie Trainer Schreuder im Nachgang auf die Spiele reagiert habe. So bestätigte Rudy, dass es in der Nachbetrachtung schon mal etwas rauer zugeht und Fehler  klar und deutlich angesprochen werden. Der gebürtige Schwabe, dem von Trainer Schreuder eine Trainerlaufbahn nach seiner Profikarriere prophezeit, erläuterte, dass es beim Heimspiel gegen den SC Paderborn-Spiel wichtig gewesen sei, die 3:0-Pausenführung  zu 100 Prozent zu sichern, als ein unnötiges Risiko zu gehen, das nicht mit Sicherheit zu einem höheren Resultat gesorgt hatte. Grundsätzlich sei es immer wichtig, sich etwas zu überlegen und den Gegner zu analysieren. Auch seien langgeschlagene Bälle aus der Defensive heraus schwierig. „Die Chance, dass der Gegner so in Ballbesitz kommt, liegt bei 50:50“, analysierte Rudy. Ähnlich diplomatisch umschifften die beiden Protagonisten die Frage, ob es Gegenspieler gebe, gegen die sie gerne oder eher nicht so gerne spielen würden. Beide ließen sich aber nicht auf das „Glatteis“ führen und antworteten, dass ihnen robustere Gegenspieler lieber seien, als „Dribbler“. „Wenn ein kleiner Dribbler hin und her rennt (...), das kann ich nicht leiden“, sagte Rudy mit einem Grinsen.
Auch die Gelegenheit wurde beim Schopfe gepackt, die Spieler über den jeweils anderen zu befragen. Ochs attestiert seinem Mitspieler, dass er nicht umsonst zum A-Nationalspieler reifte, da er aufgrund seiner technischen Fähigkeiten einer Mannschaft sehr gut weiterhelfen könne. „Sebastian hat die Gabe, das Spiel lesen zu können“, lobte Ochs. Rudy beschrieb Kollege  Ochs als einen sehr professionellen Spieler, der schon wissen werde, wie seine weitere sportliche Zukunft weiterlaufen würde. „Philipp hat das Talent und den Willen sich durchzusetzen“, sagte Rudy ergänzend.
Auch das Freizeitverhalten der Beiden wurde zum Thema. Auch hier berichteten die Spieler bereitwillig über die Freizeitgestaltung, wie Tischtennis und Golf spielen. Rudy outete sich dabei als Schön-Wetter-Golfer, der viel lieber im Sommer auf dem anderen Grün stände, als in der kalten Jahreszeit. Das Golfspielen hat er aber auch - zum Leidwesen von Hoffenheims Zeugwart Heinz Seifert - auf den Trainingsplatz übertragen. Ziel sei es hin und wieder nach dem Training, den Ball vom Trainingsplatz – wie beim Golfen – über mehrere Stationen mit den wenigsten Versuchen bis zur Umkleidekabine zu befördern. Aufgrund der Glastüren und Jalousien im Gebäudebereich findet dies beim Zeugwart wenig Gegenliebe.  Zudem kam heraus, dass derjenige, der die meisten Versuche benötigt, die Fußballschuhe der anderen Teilnehmer anschließend putzen müsse. Rudy gab offen zu, hier schon des Öfteren tätig gewesen zu sein.
Im Hinblick auf die Pfiffe der Fans in einigen Spielen aufgrund deren Unzufriedenheit bat Rudy vielmehr um Unterstützung für das Team: „Als Spieler weiß man selbst am besten, wenn man schlecht gespielt hatte. Da helfen Pfiffe nicht weiter.“ Ochs sah dies ähnlich: „Es lässt sich einfacher spielen, wenn man unterstützt wird. Keiner macht absichtlich Fehler.“ Eine Frage zielte in Richtung Traumverein, wo beide gerne einmal spielen möchten.  Für Ochs war es schon immer ein Traum in England zu spielen, nicht zuletzt wegen seines sportlichen Vorbildes  Wayne Rooney ist Manchester United hier sein Lieblingsclub. Rudy wirkt diesbezüglich zurückhaltender und verwies darauf froh zu sein wieder für die TSG Hoffenheim spielen zu können.
Als die beiden Spieler auch Fragen an die Mitglieder stellen konnten, war Ochs daran interessiert zu erfahren, wie der Tagesablauf eines Fans bei Auswärtsfahrten denn so sei. Zwei Anwesende, die am Samstag mit nach Leipzig reisen, berichteten von sicherlich anstrengenderen An- und Abreisen mit dem PKW, als die Profis, die die Strecke mit dem Flugzeug zurücklegen. Nachdem die beiden Fußballprofis geduldig alle Autogramm- und Fotowünsche erfüllt hatten, das gemeinsame Gruppenfoto gemacht war, tauschte man sich beim gemeinsamen Abendessen noch bei dem ein oder anderen interessanten Thema aus. Nach zwei Stunden verabschiedeten sich die beiden in Richtung des gemeinsamen Wohnorts Nußloch.
Fotos: Jessica Bauer